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Berliner Zeitung, 18. September 2002
... Die Aufführung des Glockenturms durch die Sophiensæle und das Produktionsteam NOVOFLOT besticht durch ihre musikalische Qualität, durch die engagierte Leistung des von Vicente Larrañaga dirigierten Orchesters ebenso wie durch die guten Sänger. Rupert Bergmann als Bannadonna, Melih Tepretmez als Giovanni und Julia Henning als Una machen wirklich etwas aus ihren Partien, singen überdies mit großer Textverständlichkeit. Insbesondere Henning ist von fabelhafter Präsenz und gestaltet ihre Linien so souverän, als sänge sie Verdi. Der hervorstechendste Einfall der Regie von Sven Holm besteht darin, die abstrakte, weltanschauliche Ebene des Sujets in einer Reihe von Grafiken zu verdeutlichen, die vom Laboratorium für Gestaltung erstellt wurden und vom Darsteller des Giovanni dem Publikum Blatt für Blatt gezeigt werden: Technikkatastrophen, das Gießen der Glocke, all das wird in elegant abstrahierten Bildern vorgeführt. Auch das Programmheft zeigt, als Daumenkino, den Start und die Explosion einer Rakete, man kann dabei an das Challenger-Unglück von 1986 denken ... Wer irgend am Musiktheater des 20 Jahrhunderts interessiert ist, sollte diese Produktion nicht versäumen. |
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DeutschlandRadio Berlin, 16. September 2002 ... Regisseur Sven Holm geht es weniger um die Oberflächenerzählung vom scheiternden Künstler. Er setzt vielmehr auf die Parabel eine weitere Kommentarebene. Nachdem der Arbeiter Giovanni vom Glockengießer gleich zu Beginn der Oper erschlagen wurde, zeigt er am Rande des Geschehens DIN-A3-große Piktogramme mit erklärenden Bildchen, die Senatoren winden sich in Spasmen und auch die verhinderte Liebesgeschichte zwischen der schönen Una und dem wahnsinnigen Bannadonna kommt ohne Händchen-halten aus. Rupert Bergmann singt den Glockengießer mit großem Einsatz und bleibt der Rolle doch einiges schuldig, was wohl auch an seinem recht kurzfristigen Einspringen in dieser mörderischen Partie liegt. Julia Henning ist die stimmgewaltige Una ... Novoflot hat unter der musikalischen Leitung von Vicente Larrañaga ein sehr gut spielendes Orchester zusammengetrommelt und auch überraschend gute Sänger gefunden. ... Nach der angenehmen und produktiven Zusammenarbeit konzentriert sich [Novoflot] nun auf neue Projekte. Die eigenwillige Sichtweise wollen sie sich dabei erhalten. |
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Opera Now London, Januar 2003 I found the score absolutely fascinating. It was also astonishingly well played by an opera group called NOVOFLOT, conducted by Vicente Larrañaga. ... the thing sounded amazingly rich and was always engrossing. The production, in a dilapidated cavern of the Sophiensæle in east Berlin was anything but rich. It was a dark, grim, minimalist business that seemed to make no serious contact with the wide ranging claims Krenek scholars have made for the opera´s significance. Even the determination of the producer, Sven Holm, to link the main character´s obsessions with modern technological triumphalism remained largely obscure. A cast of young singers was severely tested. None came through better than the soprano Julia Henning (Una) ... |
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Orpheus International, Januar 2003 ... Für einen Zeitgenossen Blachers, den Österreicher Ernst Krenek, setzte sich die freie Gruppe NOVOFLOT ein. Dessen 1957 in Amerika uraufgeführte Kammeroper Der Glockenturm erlebte in den Sophiensælen ihre Berliner Premiere. Ein Künstler, der Glockengießer, geht über Leichen, um sein Werk gegen den Widerstand seiner Auftraggeber zu vollenden. Auch Krenek entwirft ein düsteres Gesellschaftsbild, ein Bild, das in Sven Holm verrätselter Inszenierung allerdings wenig Klarheit erhält. Musikalisch ist die Aufführung ein Gewinn, da Vicente Larrañaga die sich zwischen Zwölfton und Rauschhaftigkeit bewegende Musik mit bemerkenswerter Disziplin und Übersicht realisiert und mit Julia Henning und Rupert Bergmann vortreffliche Hauptdarsteller hat. ... |
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