Presse

Der Tagesspiegel
Aleksandra Gryka hat die Komposition erst während der Proben entwickelt, die Klänge sind körperlich, rau, unmittelbar, die Musiker des Ensemble Mosaik (Leitung: Vicente Larranaga) spielen sie mit kurzen Strichen, lassen die Saiten aufs Griffbrett klatschen, schreien selbst dazu: Da zuckt doch so etwas wie Glücksversprechen durch den Raum.

Frankfurter Rundschau
Der Anfang (also das Ende) ist amüsant. Vier Tarantino-Ladies wiegen im Festsaal vor einer zersplitterten Vitrine synchron die Hüften und wollen gar nicht mehr aufhören, uns zu betören. Links und rechts die beiden Sängerinnen Bini Lee (Sopran) und Ceri Williams (Mezzosopran), dazwischen die Tänzerin Yeri Anarika Vargas Sanchez und die Schauspielerin Luise Weiß. Das Leben eine Tanzparty? Rasch entpuppt sich das als Utopie. Die Damen sind gekommen, um einen Raubüberfall zu verüben. Und so beginnt bald ein wüstes Geballere, zucken Leiber und kriechen tödlich Verwundete über den Boden.

Alles ist schief gegangen, das Leben ein Alptraum, zu dem die garstigen Klänge, die das am Rande postierte Ensemble Mosaik (Leitung: Vicente Larrañaga) in den Raum sprenkelt, den musikalischen Kommentar liefern… Zurück im Festsaal, erwartet uns in der Vitrine ein Keyboarder mit sanften Melodien. Im Raum hängen drei riesige Videoscreens, auf denen Kinder vor einer Weltkarte hin und her laufen und schon mal verschiedene Erwachsenenrollen ausprobieren. Die vier Frauen hocken auf den durch ein Seil abgesperrten, im Halbdunkel liegenden Publikumsplätzen und werfen sich Worthülsen zu. Dann geht das Licht aus. Und der Besucher verstört nach draußen. Vielleicht ist da irgendwo das Glück?