Texte

 T-House Tour # 6

Die T-HOUSE-TOUR von Novoflot geht weiter! Nach Stationen im Radialsystem V (#1), vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (#2), auf dem Dorfplatz von Alt-Marzahn (#3), in und vor der Akademie der Künste am Pariser Platz sowie auf der letzten verbliebenen Brachfläche in Berlin-Mitte (#4) und wiederum im Radialsystem V (#5), spitzt Novoflot die Präsentationsformate seines auf Ausdrucksformen der Improvisation basierenden Projektes nun noch einmal zu: Für das Performing Arts Festival tauchen die Gastgeber und Gäste der T-HOUSE-TOUR vollkommen unvermittelt auf, errichten ihre Opernhaus-Architektur und bleiben vermutlich 2-3 Stunden. Das Ganze an Orten in direkter Nähe der Festival-Spielorte. Verlässlich ist, dass Conny Bauer, Claudio Puntin, Chris Dahlgren, Varia Linnéa Sjöström, Ichi Go und Yuka Yanagihara, Vicente Larrañaga u.a. weiter touren. 

 T-House Tour # 5

Wiederum zwei Wochen später kehrt die »T-HOUSE-TOUR« zurück ins Radialsystem V. Im Zeitraum vom 30. Januar bis 1. Februar 2015 verschafft NOVOFLOT auf den Außenflächen des Areals sowie im Saal und in der Halle des Radialsystems einen Überblick über den bisherigen Stand der Forschungen und erkundet darüber hinaus mit den Musikern des ensemble mosaik, der Sängerin Yanhua Liu, dem Komponisten Michael Wertmüller, der Autorin Yoko Tawada und den Improvisationsmusikern Wu Wei, Saadet Türköz, Eric Schaefer, Nils Wogram, Conny Bauer und Chris Dahlgren neue Möglichkeiten eines mobilen, sich immer wieder neu transformierenden Musiktheaters und setzt erste Impulse für die Fortführung der »T-HOUSE-TOUR« in den kommenden Monaten.

 T-House Tour # 4

Nur vier Wochen nach dem Dreh wird das T-MOVIE »Motofuji« im Rahmen der nächsten Tourstation in der Akademie der Künste am Pariser Platz uraufgeführt; und gerät zum Ausgangspunkt einer Reise zur letzten verbliebenen Brachfläche in Berlin-Mitte, auf der NOVOFLOT drei Tage lang (16. bis 18. Januar 2015) die neuesten Entwicklungen seines work in progress vorstellt. In den für den vierten Teil der »T HOUSE-TOUR« erneut vollkommen neu kombinierten (und angenehm beheizten) Raummodulen der Berliner GRAFT Architekten empfangen die T-HOUSE-Gastgeber diesmal die Stimmkünstlerin Saadet Türköz, den Posaunisten Conny Bauer, den Klarinettisten Claudio Puntin sowie weitere Überraschungsgäste und präsentiert u.a. eine Uraufführung des Komponisten Michael Wertmüller

 T-House Tour # 3

Die T-HOUSE-TOUR geht weiter! Und damit die im September letzten Jahres von der Berliner Opernkompanie NOVOFLOT initiierte Zukunftsforschung über mobile und größtenteils improvisierte Musiktheaterformen abseits institutioneller Veranstaltungsstrukturen.

Nach dem Tourstart im Radialsystem (#1) und vier sechsstündigen Performances Mitte Oktober auf dem Vorplatz der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit den Improvisationsmusikern Conny Bauer, Nils Wogram, John Schröder, Hayden Chisholm, Joe Sachse und Lucas Niggli (#2), war NOVOFLOT im Dezember in Alt-Marzahn zu Gast. Im Zentrum der Altstadt erprobte NOVOFLOT eine neue, auf die besondere Umgebung ausgerichtete Konstellation der T-HOUSE-Architektur und drehte in aller Öffentlichkeit einen Film: das erste, jemals produzierte T-MOVIE (#3). Einen ganzen Tag lang verwandelte sich der Platz im Dorfkern Alt-Marzahns in ein Set für das futuristische Samurai-Kurzfilmepos, mit dabei: die T-HOUSE-Gastgeber Yuka Yanagihara, Ichi Go, Raphael Clamer sowie Multiinstrumentalist John Schröder, Maxime Barbasetti und das Blasorchester Köpenick.

 T-House Tour # 2

Nach dem Tourauftakt vor einem Monat im Radialsystem V macht die Opernkompanie Novoflot mit seiner T-HOUSE-TOUR nun erstmals Station im öffentlichen Raum und präsentiert dort neue Aspekte des im September begonnenen Pilotversuchszu möglichen Formen und Strukturen eines Musiktheaters in Bewegung. Gemeinsam mit den GRAFT Architekten hat Novoflot hierfür eine Theaterhausarchitektur entworfen, ein transforming house, das musikalische und performative Ereignisse beheimatet, die auf Erfindungsweisen der Improvisation beruhen.

Mit dem Titel seines Projektes stellt Novoflot auch eine Verbindung her zur uralten Teehaus-Kultur aus dem asiatischen Raum mit seinen ganz eigenen Definitionen von Gastgeberschaft, Ritual, Kontemplation und freier Rede. In der Zusammenschau der zwei Bedeutungen des T-HOUSE-Titels entsteht das künstlerische Gesamtexperiment der Tour: Während Novoflot einerseits Forschung betreibt auf dem Gebiet mobiler (und wandelbarer) Aufführungsstrukturen, transformiert es im Verlauf seiner T-HOUSE-TOUR gleichzeitig traditionelle (Repertoire-)Formen von Oper und Musiktheater. Auf diesem Wege entsteht eine größtenteils improvisierte Opernform, die offen ist für unmittelbare Reaktionen der Mitwirkenden untereinander und für Interventionen durch Besucher und Zuschauer.

Für Teil 2 der T-HOUSE-TOUR empfangen die T-HOUSE-Gastgeber, darunter die japanische Sängerin Yuka Yanagihara, der Schweizer Schauspieler und Musiker Raphael Clamer, die Jazz-Posaunisten Conny Bauer und Nils Wogram sowie die japanische Tänzerin Ichi-Go, vier Tage lang zwischen 14 Uhr und 20 Uhr die Gäste ihres T-HOUSES auf dem Vorplatz des Volksbühnen-Pavillons. Und freuen sich auf täglich wechselnden musikalischen und theatralen Improvisationsbesuch u.a. von den Musikern und Performern Joe Sachse (Gitarre), John Schröder (Gitarre und Drums), Lucas Niggli (Drums) und Hayden Chisholm (Saxophon)

T-House Tour # 1

Im Sommer bleiben die deutschsprachigen Theater fast zwei Monate lang geschlossen. Natürlich ist diese Pause verkraftbar, denn obwohl sich seit vielen Jahren Gegenteiliges ankündigt, ist der Glaube daran, dass am Ende des Sommers der institutionelle Spielbetrieb aufs Neue beginnt, fast ungebrochen.

Was aber geschähe, wenn in Zukunft die subventionierten Kulturinstitutionen nach und nach von der Gesellschaftskarte verschwänden? Wenn es zum Bruch käme mit den Traditionen staatlich geförderter Kunst-, Musik-, Literatur- und Theatererfindung, und die Länder und Kommunen das Feld (und ihre Häuser) ausschließlich kommerziell ausgerichteten Interessenten überließen? 

Reine Zukunftsmusik? Wohl kaum: Denn kein Tag vergeht, an dem nicht von der drohenden Schließung einer Kulturinstitution berichtet wird. Keiner, an dem nicht von Ensembleverkleinerungen die Rede ist, von Orchesterfusionen und außertariflichen Überlebensstrategien für an subventionierten Kulturbetrieben arbeitenden Künstlern.

Die Frage nach der Zukunft des institutionellen Kulturbetriebs ist nicht neu. Und doch wird kaum über Modelle eines zukünftigen, nicht-stationären Kulturangebots abseits von Festival- und Gastspielsstrukturen nachgedacht.

Mit ihrem neuen Projekt T-HOUSE-TOUR unternimmt die Berliner Opernkompanie Novoflot einen Pilotversuch zu möglichen Formen und Strukturen eines Musiktheaters in Bewegung. Die T-HOUSE-TOUR ist keine Inszenierung im eigentlichen Sinne. Sie ist ein auf Improvisation basierendes work in progress zu Fragen einer zukünftigen Unterwegs-Kultur; zu musiktheatralen Präsentationsformen, die nicht auf die organisatorischen und räumlichen Bedingungen einer einzelnen Institution reagieren, sondern sich, je nachdem, wo sie in Erscheinung treten, verwandeln. 

Mit dem Titel (T-HOUSE) stellt Novoflot einerseits eine Verbindung her zu einer uralten Kulturhauskonzeption aus dem asiatischen Raum: dem Teehaus mit seinen sehr eigenen Definitionen von Gastgeberschaft, Ritual, Kontemplation und Gedankenaustausch; sowie zu den raumphilosophischen Ideen der Teehauskultur, bei denen die landschaftliche Umgebung und die Wege zum Teehaus wesentliche Bedeutungsträger sind. Gleichzeitig ist das T-HOUSE ein transforming–house. Eines, dessen Architektur sich wandelt und das vor allem solche musikalischen und performativen Ereignisse beheimatet, die auf Erfindungsweisen der Improvisation beruhen.

Seinen Tourauftakt erlebte das neue Novoflot-Projekt am 6. September 2014 und gibt im Saal und der Halle des Radialsystems V erste Einblicke in die Arbeits- und Denkweisen des T-HOUSE-Experiments.